Fahrzeuge
Baujahr: |
2010 |
Leistung: |
14 PS |
Vmax: |
100 km/h |
Status: |
Projekt im Bau |
Da sich das Projekt mit der Diesel-BMW els extrem Problemreich gestaltet, habe ich eine Idee aus 2004 wieder aufgegriffen.
Eine Vespa mit Dieselmotor scheint es nach Internetrecherchen nicht zu geben. Grund genug das zu ändern!
Die gelbe Vespa aus 2004 war Kernschrott und wurde entsorgt.
Durch Zufall habe ich 2010 für kleines Geld wieder eine Vespa PX200 mit defektem Motor abgestaubt.
Der Hatzmotor Typ E786 ist mit 625ccm und Direkteinspritzung der größte seiner Baureihe und sollte mit 14PS bei 3000Upm auch stark genug sein das ganze in Schwung zu halten.
Glücklicherweise ist mein Motor mit einem gegenläufigen Massenausgleich ausgestattet um die Vibrationen zu mindern.
Der Motor aus Alu-Guss ist mit einem Gewicht von ca. 70kg ohne Anbauteile auch einbaufähig ohne das Voderrad oder Rahmen schlapp machen.
Sonst hätte ich "natürlich" den 1000er Einzylinder implantiert...
Das alles beherschende Thema ist Gewichtseinsparung damit das max. zulässige Gesammtgewicht von 310kg nicht überschritten wird.
Soll heissen: Fertiggestellt darf der Umbau auf Diesel nicht mehr zusätzliches Gewicht auf die Wage bringen wie durch den Wegfall des Sozius-Platzes und der überflüssigen 2-Takt Technik eingespart wird.
Das schwerste Teil am Motor ist das Schwungrad mit einer Masse von 35kg. Hier habe ich 10kg abgedreht und das Ganze bei David wuchten lassen.
Der Probelauf am Motor mit abgedrehtem Schwungrad zeigte das er sich wie gewohnt starten lasst und jetzt natürlich besser am Gas hängt. Das Reduzieren der Schwungmasse ist ja immer ein Kompromiss zwischen einem einem spurtfreudigem Motor (oder leichtem Motor) und einer Verschlechterung des Rundlaufs.
Jeder Kompressions- und Arbeitstakt haut jetzt stärker in den Antriebsstrang.
In meinem Fall kommt noch der Vorteil hinzu das der Motor schmaler wird und sich der Motorschwerpunkt wieder mehr in Richtung Fahrzeugmitte verlagert.
Die Montageposition im Rahmen bot nicht viel Spielraum, möglichst mittig und starr mit dem Rahmen verbunden. Der Antrieb erfolgt per Zahnriemen der über der Drehachse des originalen Vespagetriebes umgelenkt wird. Dies ist erforderlich da sich ja sonst die Riemenspannung bei einfederndem Hinerrad verändert. Das soll dann in etwa so Aussehen. An Steller der originalen Kurbelwelle kommt in Vespamotorblock eine durchgehende Welle rein. Die Drehzahl vom Diesel wird verdoppelt mit 6000Upm in den Vespamotor eingespeist. Hier werkeln dann die Kupplung und die 4 Gänge. Später muss dann noch ein generator pfiffig integriert werden. Am liebsten hätte ich den von hinte im Schwungrad intergiert.
Was ich nicht abschätzen konnte waren die Vibrationen die der Motor in die Vespa überträgt. Da ja die Kraftübertragung mittels Zahnriemens erfolgt ist eine starre Montage zwingend.
Beim Probelauf in der Vespa waren die Vibrationen nicht stärker als bei einer 200er Serien-Vespa. Das gibt Mut zum weiterschrauben! Hätte sich das Ding geschüttelt wie das Diesel-Trike währ an eine Zulassung nicht zu denken.
==> Video Probelauf
2011:
Es gibt wieder Neuigkeiten:
Die Ersatzwelle für die Kurbelwelle ist fertig. Das große Rillenkugellager auf der Getriebeseite wird weiterhin mit dem Getriebeöls geschmiert. Zur Schmierung des Nadellager auf der Lima-Seite, welches beim 2-Takter über das Gemisch geschmiert wird, ist geplant den Kurbelwellenraum mit Gertiebeöl zu füllen. Simmerringe sind ja vorhanden und die alte Zylinderöffnung wird mit einem Deckel verschlossen.
Ich hatte auch überlegt das Nadellager gegen ein Kugellager zu tauschen - Das Fleisch am Motor ist aber zu dünn...
Auch die Schwingenlagerung aus Gummi erwies sich als viel zu weich. Wenn hier die Newton am Riemen reißen, und das weit weg vom Schwingenlager, ändern sich die Achsabstände was natürlich nicht akzeptabel ist. Also habe ich die Gummibuchsen durch gedrehte Adapterhülsen und Kugellager ersetzt.
Mit am fummeligsten war die Positionierung der Umlenkrollen an der Schwinge. Ein paar Praxisversuche mit Millimeterpapier, Mauereschnur und 2 Rollen brachte hier Klarheit. Die untere Rolle muss auf den Drehpunkt der Schwinge. Der obere Riemen würde Idealerweise auch über diese Umlenkrolle geführt. Nur wäre so der hintere Teil des Riemens nicht zu spannen. Daher ist der obere Riemen minimal höher umgelenkt mit einem kleinen Wirkdurchmesser der Rolle.
Praktischer Weise passt auch die Vespa Seitenhaube fast unverändert….
Nach und Nach ist auch die Riemenführung entstanden. Als Generator habe ich beim Autoverwerter das kleinste abgegriffen was zu kriegen war. Haben dann doch das Bosch-Teil dem Japanerkram vorgezogen: 55A Drehstrom aus einem Opel Corsa. Das Teil passt haargenau hinein! Die originale Keilriemenscheibe habe ich durch das passende Zahnriemenrad ersetzt. Da der Generator erst ab ca. 1000 Upm Spannung abgibt, bei mir aber doppelte Motordrehzahl macht, stehe ich auch im Standgas ordentlich „unter Strom“.
Auf YouTube könnt Ihr den Riemen schon mal "flattern" sehen. -->>Link
Als nächstes steht jetzt an den Vespamotor zerlegen, reinigen und mit allen Innereien und verstärkter Kupplung wieder einzubauen. Dann noch ein paar Züge für Gas, Bremse, Kupplung & Schaltung einbauen und die Probefahrt kann kommen!
Fortsetzung folgt…